Januar 2011


Dem Aufruf des Bündnisses „Berlin Brandenburg gegen neue Flugrouten“ zur heutigen ersten Großkundgebung vor dem Flughafen Schönefeld, sind über 15.000 Menschen gefolgt.

Trotz winterlicher Temperaturen ließen es sich die betroffenen Bürgerinnen und Bürger nicht nehmen, für Ihre demokratischen Grundrechte auf Verlässlichkeit und Planungssicherheit mit eindrucksvollen Plakaten und lauten Stimmen friedlich für ihre Rechte zu demonstrieren.

Die sehr gut organisierte Veranstaltung begann mit der Rede der Schirmherrin des Bündnisses, Frau Dr. Sabine Bergmann-Pohl, die sowohl als Ärztin und auch als betroffene Anwohnerin in Zeuthen ihr Befremden über die Entwicklung und Verschleierung der Flugrouten des BBI zum Ausdruck brachte. Gleichzeitig legte sie der Politik nahe, endlich offen und ehrlich mit den Bürgern umzugehen und vertrauensbildende Maßnahmen und Planungssicherheit für die betroffenen Regionen zu schaffen.

Dies war auch eine der Kernaussagen der weiteren Redner dieser Großkundgebung – immer wieder unterbrochen durch „Baustopp-Rufe“ aus der Menge. Markus Peichl, Vorsitzender des Bündnisses „Berlin Brandenburg gegen neue Fliugrouten“ machte unter großem Zuspruch der Kundgebungsteilnehmer unmissverständlich klar, dass die Betroffenen den Lügen und widersprüchlichen Aussagen der Politik nicht blauäugig folgen werden: „Wir werden für unsere Rechte bis zum Ende kämpfen“.

Auch Martin Henkel, Vorsitzender der Bürgerinitiative „Zeuthen gegen Fluglärm“ brachte auf den Punkt, was alle bewegt: Der Flughafen Schönefeld wurde lt. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts 2006 NICHT als internationaler Großflughafen geplant, er wurde als mittelgroßer Verkehrsflughafen geplant. Sämtlichen Gutachten zum Trotz, die Schönefeld als schlechtesten Standort bewerteten, wurde der Bau des zukünftigen BBI an diesem Standort durchgesetzt. Daher fordern die Bürger zu Recht nur das, was ihnen zehn Jahre lang verbindlich von den Betreibern des BBI und der Politik versprochen wurde:

Flugrouten geradeaus und ein striktes Nachtflugverbot von 22.00 bis 6.00 Uhr.

Auch Simon Lietzmann (Vorsitzender der BI Lichtenrade / Mahlow Nord gegen Fluglärm) und Dr. Marela Bone-Winkel verwiesen auf diese Forderungen und betonten, dass aus der „Flugrouten-Debatte längst in einen Flughafen-Skandal“ geworden sei.

Weitere Inhalte:
www.lichtenrade-gegen-fluglaerm.de
www.kfberlin.de

Pressereaktionen:
Tagesspiegel
RBB Abendschau (Video unten rechts)

Liebe Freunde der Grundschule im Taunusviertel,

es ist wieder Zeit für Demonstrationen, Protestschreiben und Klagen. In diesem Jahr kommt die Gefahr von oben, denn unser Schulgelände soll zur Tiefflugzone werden, hohe Schallpegel sollen die Konzentration unserer Kinder und die Stimmbänder unserer Lehrerschaft an Ihre Grenzen bringen und die dazu gehörenden Abgase sollen unseren Sportunterricht bereichern.

Die kommenden Möglichkeiten unseren Protest zu zeigen:
Montag, 17. Januar 2011 ab 17:45
Traditionelle Montagsdemo gegen Fluglärm am S-Bahnhof Lichtenrade

Sonntag, 23. Januar 2011 um 14:00
Großkundgebung für die alten Flugrouten vor dem Flughafen Schönefeld
Sehen wir uns dort?

Wer Eigentümer einer Immobilie in unserer Gegend ist, der sollte sich dringend bei uns melden und das Muster eines Protestbriefes an das Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft des Landes Brandenburg anfordern.

Weitere Informationen finden sich auch in diesen Videos:
http://www.youtube.com/watch?v=dPi2OMUUJkI
http://www.youtube.com/watch?v=Y4RhItPM2qU

Wem noch nicht so recht klar ist um was es geht oder wie ernst die Lage ist, dem sei die nachfolgende Lektüre dringend empfohlen. Es handelt sich um einige Auszüge aus einer Information der Bürgeninitiative „Lichtenrade/Mahlow-Nord gegen Fluglärm“ zu den von der Deutschen Flugsicherung vorgeschlagenen Flugrouten:

Wussten Sie, dass wir nach neuesten Berechnungen etwa alle drei Minuten einen Lärmpegel von 82 Dezibel (an der südlichen Lichtenrader Stadtgrenze/Mahlow-Nord) und einen Lärmpegel von bis zu 67 Dezibel (an der Buckower Chaussee) ertragen müssen?
Wussten Sie, dass trotz eines Nachtflugverbotes für den BBI schon jetzt bis zu 117 Flüge in der Nacht genehmigt wurden?
Wussten Sie, dass ein startendes Passagierflugzeug soviel Emissionen wie 4.000 PKW verursacht?
Wussten Sie, dass dem Kerosin gesundheitsschädliche Zusatzstoffe beigemischt werden?
Wussten Sie, dass Ihre Kinder nicht mehr in Ruhe und nur noch bei geschlossenen Fenstern lernen können, weil die Schulen/Kitas nicht mit dem notwendigen Lärmschutz ausgestattet sind?
Wussten Sie, dass Fluglärm und Emissionsbelastung mit erheblichen gesundheitlichen Risiken verbunden sind? Gutachten sagen eine starke Zunahme von Herz- und Kreislauferkrankungen sowie Brustkrebs voraus.
Wussten Sie, dass Sie Ihre Gärten oder Balkone nicht mehr nutzen können, weil der Fluglärm nicht auszuhalten sein wird?
Wussten Sie, dass Ihr Haus/Ihre Wohnung durch den BBI erheblich an Wert verlieren wird?
Wussten Sie, dass Politiker und Flughafengesellschaft uns 12 Jahre lang in dem Glauben gelassen haben, Lichtenrade, Mahlow-Nord, Teltow, Stahnsdorf, Kleinmachnow, Steglitz-Zehlendorf, Lichterfelde, Zeuthen, Rangsdorf u.a. seien vom Fluglärm nicht betroffen. Dies wurde in Informationsbroschüren, im Flughafeninformationszentrum und auch auf direkte Nachfragen von Bürgern behauptet. Etwa 200.000 nun betroffene Bürger hatten keine Möglichkeit, ihre Einwände im Planfeststellungsverfahren vorzubringen.

Viele weitere Details und Möglichkeiten zur Unterstützung unter:
http://www.lichtenrade-gegen-fluglaerm.de/
http://www.gegen-fluglärm.de/